/ Restaurierung von Kirchenausstattungen, Herrschafts- und Bürgerhäusern

Oetenbachgasse 5, Zürich, Decken und Wandmalereien 2004

Kloster- und Pfarrkirche Hermetschwil-Staffeln Kt. Aargau 2005

Klosterkirche Frauenthal Kt. Zug 2005

Schlosskapelle Hilfikon, Decken und Wandmalereien, Kt. AG 2006

Leigasse1, Baar, Kt. Zug, Wandmalereien 2008

Pfarrkirche St.Mauritius Berikon, Kt.AG 2009/10


Oetenbachgasse  5, Zürich, Wand und Deckenmalereien

Um 1922/23 wurde die Ausmalung das erstemal entdeckt und auf einer Skizze festgehalten. Bei neuerlichen Renovationsarbeiten wurden dann  unter einem Holztäfer die bemalten Decken und Wände gefunden. 
Um 1629 wurde das Haus mit einem Geschoss aufgestockt. Während derselben Renovation wurden alle Stockwerke festlich mit Ornamentmalereien ausgemalt. In den unteren Geschossen konnten davon nur noch Spuren gefunden werden. Im obersten Geschoss hingegen sind die Malereien in einer ungewöhnlichen Gesamtheit vorhanden. Neben einem grossen Zimmer mit farbenfroher Ausmalung ist das kleinere Zimmer auf der südlichen Seite etwas bescheidener ausgemalt. Die Bauherrschaft entschloss sich, das ganze Geschoss so umzubauen, dass die Malereien sichtbar bleiben können.

Im grossen und ganzen ist die Malerei in einem erstaunlich gutem Zustand. Durch die Jahre hat die Farbe teilweise ihre Bindekraft verloren. Ebenfalls blättert sie sehr stark in Richtung der Holzmaserierung. Durch Wassereinbrüche, ist vor allem den Aussenwänden entlang, die Malerei teilweise stark abgewaschen und es haben sich viele Wasserränder gebildet. Einige Bretter wurden dabei immer wieder so nass, dass sie durchgefault sind. 

In einem ersten Schritt wird nun die Malerei mit einem Vlies und einem Bindemittel geschützt und gesichert. Danach werden mit Kompressen die Verschmutzungen und die Wasserränder herausgelöst. 

Nach der Reinigung und einer erneuten Festigung der Malereien wurden die Putzfehlstellen bei den Ausfachungen ergänzt. In  der Wandbemalung wurden die kleineren Fehlstellen retuschiert. Die grösseren, fehlenden Zonen bei den Fenstern konnten etwas heller rekonstruiert werden.

In der bemalten Decke werden kleinere Fehlstellen, in intakter Malerei, komplett retuschiert. Grössere zerstörte Zonen nur in den grossen Umrisslinien farblich eingepasst. Foto mit grösseren, schon retuschierten Abschnitten, neben Teilen, wo noch nichts retuschiert ist.

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Kloster- und Pfarrkirche Hermetschwil-Staffeln

Der grösste Teil der Kirche wurde 1603/05 durch die Maurermeister Sebastian, Hans und Jakob Wey errichtet. Kircheninneres vor der Restaurierung
Der Hochaltar wurde 1657 von Tischlermeister Hans Stutz und Bildhauer Gregor Allhelg geschaffen. 
Der Frontaltar stammt von 1733.
Die Seitenaltäre sind eigentlich nur noch Gemälde mit vergrössertem Bilderrahmen.
Im Chorbogen eine Kreuzigungsgruppe von Bartholomäus Cades, Baden 1603. 
An den südlichen Seitenwänden sind noch 3 lebensgrosse Kreuzwegstationen als Halbrelief  um 1760 angebracht.

Unser Atelier darf den Frontaltar, alle Gemälde und die Kreuzwegstationen restaurieren.
Grundsätzlich wird die Ausstattung konserviert, gereinigt und die aktuellen Schäden restauriert.

Die Skulpturen und die Vergoldungen (ausgenommen die Kreuzwegstationen) wurden bei der letzten Restaurierung neu gefasst. Diese Überfassung blättert sehr stark. An vielen Stellen sind auch schon grössere Farbausbrüche eingetreten. Die losen Farbschichten werden gesichert und wieder nieder geklebt. Nach der Reinigung werden die Fehlstellen gekittet und retuschiert.
Bei der Skulptur Christus an der Geisselsäule wurde der stark vergilbte und unregelmässig aufgetragene Firnis abgelöst, die Fehlstellen gekittet und retuschiert. 

Bei den Gemälden wurde ebenfalls nur gereinigt und die aktuellen Schäden repariert. Zwei kleine, runde Holztafelgemälde wurden bei der letzten Restaurierung nicht komplett restauriert. Auch hier wurde der stark vergilbte Firnis abgenommen und die Fehlstellen gekittet und retuschiert.

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Klosterkirche Frauenthal

Auf Fundamenten um 1300 wird eine gotische Kirche errichtet. 1731 wird bis auf wenige Mauern die Kirche abgerissen und 1776/7 eine neue Kirche von den Brüdern Josef und Jakob Scharpf und Anton Klotz (Lechtal) erbaut.1777 werden drei Altäre und die Kanzel von den Brüdern Anton und Josef Klotz mit Statuen von Anton Schässer (Luzern) und Altargemälden von Anton Schuler eingebaut. Das Chorgitter stammt von Josef Steinmann aus Zug.
1851/52 kommt eine neue Orgel von Silvester Walpen (Luzern) dazu.
1868 eine grössere Innenrenovation von Anton Moosbrugger mit neuen Deckenbildern von Jos. Troxler.
Um 1970 wird die Kirche komplett restauriert. Leider sind von dieser Restaurierung keine Unterlagen mehr vorhanden, sodass nicht genau ersichtlich ist, was damals gemacht wurde.

Bei der jetzigen Restaurierung wird vor allem der Zustand von 1970 konserviert, gereinigt und akzuelle Schäden restauriert.

Die Malereien an der Decke zeigen eine recht eindrückliche Maltechnik. Die Portraits der Apostel sind sehr ausdruckstark gemalt. An vielen Stellen sieht man die Pause der Vorzeichnung durchscheinen, welche dann bei der Ausführung korrigiert wurde. Weshalb quadratmetergrosse Flächen in Trateggiotechnik, bei der letzten Restaurierung retuschiert wurden, konnte mangels Restaurierungsbericht nicht festgestellt werden. 
Die Deckenbilder sind wie die gesamte Raumschale stark verschmutzt. Neuere, hohle Putzstellen werden hintergossen und fixiert. Verfärbte, alte Retuschen und neuere Fehlstellen werden allenfalls gekittet und retuschiert.

Die Skulpturen und Vergoldungen von den Stuckaltären blättern teilweise sehr stark und an vielen Stellen sind auch schon grössere Fehlstellen aufgetreten. Die losen Farbschichten werden gefestigt und anschliessend die Skulptur gereinigt. Die Ausbrüche werden gekittet und retuschiert.

Einzig bei den Altarbildern wird eine grössere Restaurierung durchgeführt. Vermutlich wurden die Gemälde bei einer früheren Restaurierung von Übermalungen befreit. Da noch viele Resten dieser Übermalung zurückblieben, wurden diese Stellen und die Farbausbrüche grosszügig retuschiert und überlasiert. Diese Retuschen sind entweder ausgebleicht oder nachgedunkelt. Der aufgetragene Firnis ist ziemlich stark vergilbt und gibt den Gemälden einen zu warmen Farbton, welcher nicht  zu den eher kühlen Altären passt.
Der Firnis und die zu grossen Retuschen werden abgenommen. Anschliessend werden die Fehlstellen gekittet und retuschiert. Schlussaufnahme des Hochaltargemäldes.

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Schlosskapelle Hilfikon AG

Franz Viktor Augustin von Roll liess um 1750 die spätgotische Kapelle abreissen und unter Verwendung von Mauern und Keller des Okonomiegebäudes eine neue Kapelle errichten. Im Chor liess F.V.A. von Roll (Ritter des heiligen Grabes) eine Nachbildung der jerusalemischen Heiliggrabkapelle bauen. Unmitelbares Vorbild ist das heilige Grab in der 1644 geweihten Kapelle Kreuzern bei Solothurn (Grabkirche der von Rolls). 

Die Wand- und Deckenmalereien wurden von Franz Anton Rebsamen um 1752 gemalt.

Der Einsiedler Bildhauer Johann Babtist Babel schuf den Altar.

1901 wurden die Decken- und Wandmalereien übertüncht. 1959/60 wurden sie bei einer Gesamtrenovation wieder freigelegt. die ziemlich dicke Übertünchung wurde dabei grosszügig mit einem Spachtel abgestossen. Dabei wurde oft die Malerei ziemlich stark beschädigt. Neben fast komplett erhaltener Malerei gibt es Zonen, wo die oberste Malschicht fast komplett abgekratzt ist. Diese Schäden und die verbliebenen Reste der Tünche wurden dann meist grossflächig übermalt. Vermutlich wurde als eine Sicherungsmassnahme ein Leim über diese schadhaften Stellen gestrichen. Dieser Leim und vermutlich ein Bindemittelüberschuss in den Retuschierfarben bewirkten, dass sich die Retuschen ablösten und abzurollen begannen. Die starken Kräfte, die dabei auf die darunter liegende, schon beschädigte Malschicht einwirken sind enorm und drohen weitere originale Malerei abzureissen.  
Die Wand- und Deckenmalereien im Chor werden von der Restaurierung von 1959/60 befreit. Das heisst, die Retuschen und Übermalungen werden abgenommen. Ebenso die dazwischen liegende Leimschicht. Alte Gipsflicken in den Malereien werden teilweise entfernt. Hohler und loser Putz wird hintergossen und wieder fixiert. Ebenso wird der leicht sandende Putz und schwachgebundene Farbschichten gefestigt. Anschliessend werden die Fehlstellen nach Absprache mit Bauherrhschaft und Denkmalpflege retuschiert und ergänzt.

Vermutlich sind die Malereien im Schiff in der Zwischenzeit schon einmal restauriert worden. Sie sind mit einer Leiter gut zugänglich und wurden der grossen Abplatzungen wegen vermutlich schon einmal bearbeitet. Sie zeigen einen stark verbräunten Überzug, welcher die Malereien eher in Richtung einer Ölmalerei drückt. Da aber diese Malereien nicht die enormen Schäden wie die Malereien im Chor zeigen, werden sie nur konservatorisch behandelt.

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Wandmalereien, Leihgasse, Baar, Kt.ZG

Mitten im Dorfkern von Baar wurden in einem Privathaus bei Renovierungsarbeiten unter dem Täfer Malereien entdeckt. Drei Mauern eines Zimmers sind als Fachwerkmauern gebaut worden. Dabei waren die Ausfachungen während einer ersten Periode einmal weiss gehalten worden. Später, vermutlich im 17.Jahrhundert, wurden diese Felder neu mit einem dünnen Putz überzogen und danach dekorative Darstellungen aufgemalt.
Diese Malereien wurden später überstrichen. Aber auch der Schmutz der Jahrhunderte liess die Malereien nur noch erahnen. Der Mörtel war an vielen Stellen hol und lose. Meistens am Übergang zum Fachwerk sind auch schon viele Fehlstellen im Putz vorhanden.
Zwei Aussenmauern wurden nur konserviert, isoliert und wieder mit einem Täfer zugedeckt. Eine Innenmauer wurde nach der Konservierung restauriert und ist heute sichtbar.
Lose und hohle Putzstellen wurden hintergossen und gefestigt. Danach konnte die Malerei gereinigt werden. Fehlstellen im Putz wurden aufgekittet und der Umgebung entsprechend strukturiert. Danach wurde die Malerei in Trattegiotechnik retuschiert und die grossen Putzflicken neutral eingetönt.

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Pfarrkirche St.Mauritius Berikon, Kt.AG

Die neu erbaute Kirche wurde 1862 geweiht. 1903/04 fand eine durchgreifende Renovation statt, wobei die Kirche verlängert, der Turm, die Sakristei und der Chor neu gebaut wurde. In den Jahren 1952/53 wurde das Innere renoviert und modernisiert. 1984/85 erneute Innenrenovation. Die Raumfassung wurde damals weiss gestrichen. Bei der heutigen Restaurierung wird versucht die farbige Einheit um 1900 zu rekonstruieren und somit den Raum wieder  erlebbar zu machen.
 Die Gemälde und Skulpturen stammen aus verschiedenen Jahrhunderten. Die Kreuzigungsgruppe wurde vermutlich im 16.Jahrhundert geschnitzt, die Pietà 17.Jahrhundert und der Hl.Josef im 19.Jahrhundert. Leider existieren keine Restaurierungsberichte über die Skulpturen und die Gemälde. Vermutlich wurden die alten Fassungen abgelaugt und danach nach Befund neu gefasst. Dabei wurde in den Goldpartien ein kompletter neuer Aufbau aufgetragen. Hingegen sind in den farbigen Partien noch Resten von alten Farbschichten aber auch abgekratzte Stellen bis auf das Holz unter der dünnen Malschicht sichtbar. Man kann sagen, dass die sichtbare Fassung weder handwerklich noch künstlerisch überzeugt. Aber weil diese Fassung die einzige erhaltene ist, wird sie jetzt restauriert. Lose Malschichten werden gefestigt und niedergeklebt. Anschliessend werden die stark verschmutzten Skulpturen gereinigt. Fehlstellen werden gekittet und retuschiert oder vergoldet.
Die beiden Seitenaltarbilder (Marienbild, Hl.Martin) sind stark verschmutzt und der Firnis ist vergilbt. Ansonsten sind sie in einem guten Zustand. Sie wurden bei der letzten Restaurierung auf eine neue Leinwand doubliert und zeigen deshalb keine neueren Schäden. Die Oberfläche wurde gereinigt und der Firnis abgenommen, kleinere Ausbrüche gekittet und retuschiert.

Schlussaufnahmen: Hl.Josef, Pietà, Marienbild, Hl.Martin, Blick gegen den Chor.

 

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